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Meine Abschlussarbeit in 3D-Design an der OfG: „Sneaker“

Von Beginn an war für OfG-Teilnehmer Thorsten Kriebel im staatlich zugelassenen Onlinekurs 3D-Design klar, dass seine Abschlussarbeit eine vollständige Produktanimation werden sollte – anspruchsvoll, detailreich und lebendig. Ein Sneaker erwies sich dabei als ideales Motiv: komplex genug, um beim Modellieren echte Herausforderung zu bieten, und gleichzeitig vielseitig genug, um in der Animation seine ganze Wirkung zu entfalten.

Schritt für Schritt arbeitete er sich durch Form, Materialien und Szene, immer mit dem Ziel, den Schuh nicht nur abzubilden, sondern überzeugend in Szene zu setzen. Eine dynamische Kamerabewegung, wechselnde Perspektiven und verschiedene Farbvarianten bilden schließlich das finale Zusammenspiel seiner Arbeit.

Ein Projekt, das zeigt, wie Idee, Modellierung und Animation zu einer spektakulären Produktpräsentation verschmelzen.

Ein paar Fragen zum Einstieg:

Wie sieht Ihr Setting aus? Womit arbeiten Sie?
Je nach meinem Aufenthaltsort arbeite ich mit einem etwas in die Jahre gekommenen oder einem sehr modernen PC. Überwiegend jedoch mit letzterem, was sich besonders bei den Renderzeiten deutlich bemerkbar macht.
 
Zudem arbeite ich mit zwei 24-Zoll-Monitoren, um gleichzeitig Referenzen auf einen Blick zu haben oder um z.B. das Material in Echtzeit anpassen zu können.
 
Neben 3ds Max als Software benutze ich Affinity Designer zur Erstellung von Grafiken und für kleinere Motion-Graphics-Elemente kommt After Effects zum Einsatz.
Welche Techniken und Tools nutzen Sie, um ein Konzept zu entwickeln und kreative Ideen zu generieren?
Meist habe ich schon eine vage Vorstellung oder ein sehr grobes Konzept im Kopf, wie das Projekt aussehen oder in welche Richtung es gehen soll.
 
Daraus entwickelt sich dann entweder im Laufe der Bearbeitung des Projekts von allein etwas und ich bekomme immer wieder mal eine Idee, oder ich schaue mir zur Inspiration ähnliche Sachen aus verschiedenen Quellen im Internet an.
Welche Musik hören Sie am liebsten beim Arbeiten?
Musik ist jetzt kein Teil meiner kreativen Arbeit. Manchmal läuft ein Stream im Hintergrund mit, einfach um Hintergrundgeräusche zu haben. Aber es gibt auch Phasen, in denen ich Ruhe zum Konzentrieren brauche.
Wie gehen Sie mit kreativen Blockaden um?
Bei kreativen Blockaden gibt es für mich zwei Herangehensweisen:
 
Die erste ist, eine Pause einzulegen und später in aller Frische an die Sache ranzugehen. Meist läuft das dann gleich wie von allein weiter oder ich hatte in der Zwischenzeit ein paar neue Ideen oder Lösungsansätze.
 
Bei der zweiten bin ich meist „genervt“, nicht auf eine gute Lösung zu kommen, sodass ich hartnäckig weiter an der Sache arbeite, bis ich dann ein für mich zufriedenstellendes Ergebnis sozusagen „erzwungen“ habe.
Wie präsentieren und vermarkten Sie Ihre kreativen Arbeiten?

Kreative Arbeiten erstelle ich meist für mich allein, einfach weil ich Lust darauf habe. Dementsprechend vermarkte ich meine Arbeiten in der Regel gar nicht und zeige sie, wenn, dann nur innerhalb der Familie oder Freunden.

Welche Tipps haben Sie für andere OfG-Absolventen, die gerade an ihrer Abschlussarbeit sitzen?
Habt Spaß!
 
Jeder hat eine andere Herangehensweise oder Zielsetzung für das Abschlussprojekt. Deswegen ist mein Ratschlag: Sucht euch etwas, wovon ihr überzeugt seid, und vergesst dabei nicht, Spaß an der Sache zu haben. Dadurch entstehen meiner Meinung nach die authentischsten Arbeiten, die so gut wie immer etwas Besonderes an sich haben!

Die Ideenfindung

Von Anfang an war mir klar, dass ich eine vollständige Animation für ein Produkt erstellen wollte. Das Modell dafür sollte auch etwas herausfordernder zu erstellen sein, weshalb ich mich nach etwas Überlegung für einen Sneaker entschieden habe.

Das Modell

Beim Modellieren tastete ich mich dann Stück für Stück vor. Die Form der Sohle war gut für den Anfang geeignet und diente als Grundgerüst für den weiteren Aufbau.

Schwieriger war es, die geschwungene Form der Außenhaut nachzubilden.

Hier war viel Ausprobieren und Herantasten angesagt, bis die Form nahe an die Vorlage gekommen ist. Zugute kam mir dabei, dass in diesem Fall kleinere Unregelmäßigkeiten der Oberfläche im späteren Rendering realistischer wirken. Das hat den Vorteil, nicht jede Unebenheit der Oberfläche glatt bügeln zu müssen.

Anim1_Schuhaufbau_Gif (1)

Die restlichen Elemente des Sneakers, wie z. B. die Schnürsenkel oder die Zunge, waren mehr oder weniger Fleißarbeit. Dennoch musste ich an einigen Stellen überlegen, wie ich manche Elemente am besten umgesetzt bekomme und an die geschwungene Form des Schuhs anpasse.

Die Materialien

Bei den Materialien versuchte ich, mich nahe am Original zu halten, konnte aber für einige Oberflächen nicht die passende Textur finden. Deshalb habe ich den Entschluss gefasst, den Sneaker nicht 1:1 nachzubilden. Um später leicht unterschiedliche Farben darstellen zu können, suchte ich lediglich nach einer passenden Normal-Map für die jeweilige Oberfläche und passte durch die Parameter des Arnold-Standard-Surface-Materials das Aussehen des Materials an.

Bild1_Material

Die Animation

Nachdem das Modell und die Materialien so weit fertiggestellt waren, suchte ich online nach Inspiration, wie eine kurze Produktanimation aussehen könnte. Dabei hat mir ein Konzept richtig gut gefallen: eine dynamische Kameraführung, die nie richtig stillsteht und immer in Bewegung ist, wenn auch nur minimal.

Anim2_Kamerfahrt_Gif (1)

Mein Grundkonzept für die gesamte Animation bestand darin, den Sneaker zuerst in einer Art Rundumfahrt in Gänze zu präsentieren und anschließend ein paar Detailaufnahmen zu zeigen. Das Ganze wollte ich dann mit einer abschließenden Komposition verschiedener Farbmodelle beenden.

Bild2_Szenen

Das Ergebnis

Fazit:

Den Onlinekurs 3D-Design habe ich belegt, um eine solide Grundlage in diesem Bereich und mit 3ds Max zu bekommen, und kann sagen, dass sich meine Erwartungen diesbezüglich erfüllt haben.

Privat hatte ich schon Vorerfahrung mit Blender und deshalb war einiges vom Prinzip her bekannt. Dennoch konnte ich sehr viel Neues dazulernen. Durch die offene Aufgabenstellung der Abschlussarbeit konnte ich dementsprechend mein bisheriges Wissen testen und den Schwierigkeitsgrad des Projekts selbst bestimmen.

Dabei ließ ich auch andere Elemente von anderen abgeschlossenen Kursen an der OfG einfließen. Die unterschiedlichen Aspekte bei der Erstellung der Animation zu berücksichtigen und am Schluss zu einem Ganzen zu kombinieren, führte natürlich auch zu neuen Problemen. Dafür musste dann eine Lösung gefunden werden, was für mich immer sehr spannend und lehrreich ist.

Kundenstimmen; Mann

Thorsten Kriebel
OfG-Absolvent / 3D-Design


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