Meine Abschlussarbeit in Adobe Premiere an der OfG: „Kreativität“
Von Anfang an war für OfG-Teilnehmerin Elif Karaman im staatlich zugelassenen Onlinekurs Adobe Premiere klar, dass ihre Abschlussarbeit mehr sein sollte als ein klassischer Schnitt: ein filmisches Konzept, das zeigt, wie Editing Fantasie sichtbar machen kann – ruhig beginnend, dann immer intensiver, bis zur überraschenden Rückkehr in die Realität.
Ein Projekt, das eindrucksvoll zeigt, wie Kreativität und Schnitt innere Welten zum Leben erwecken – und wie aus einer Idee durch gezielte Montage eine Geschichte wird, die bleibt.
Ein paar Fragen zum Einstieg:
Wie sieht Ihr Setting aus? Womit arbeiten Sie?
Ich arbeite mit einem leistungsstarken Gamer-Laptop für aufwendige Schnittarbeiten und große Videoprojekte. Meistens nutze ich zwei Monitore: einen für Notizen oder Referenzen, den anderen für den Schnitt. Die Mobilität ist für mich ein großer Vorteil, da ich flexibel und ortsunabhängig arbeiten kann.
Wenn ich selbst drehe, was meist der Fall ist, nutze ich meine Spiegelreflexkamera mit Lichtequipment.
Ein Mikrofon verwende ich selten, da ich überwiegend Tanzvideos mit Musik produziere. Für Reels oder Shorts greife ich oft auf mein Smartphone zurück, da es für Social Media völlig ausreicht.
Mir ist wichtig, flexibel zu bleiben und mein Set-up effizient zu nutzen. Deshalb arbeite ich unterwegs auch mit mobilen Editing-Apps. Insgesamt ist mein Setting strukturiert, komfortabel und ein kreativer Raum, in dem ich in meinen Flow komme.
Welche Techniken und Tools nutzen Sie, um ein Konzept zu entwickeln und kreative Ideen zu generieren?
Viele meiner Ideen halte ich klassisch mit Stift und Papier fest, etwa Schriftzüge, Farbkonzepte oder gestalterische Details.
In der Vorplanung notiere ich konkrete Szenen und Perspektiven und mache teilweise Testaufnahmen, um Bild und Komposition zu prüfen.
Im Schnitt habe ich mit verschiedenen Programmen gearbeitet und durch meinen Kurs bei der OfG den professionellen Umgang mit Adobe Premiere Pro gelernt. Mir ist wichtig, intuitiv, ruhig und präzise zu schneiden, oft mit sehr feinen, kurzen Schnitten, die exakt auf den Beat abgestimmt sind. Adobe Premiere bietet mir dafür die nötige Flexibilität und Kontrolle. Ergänzend nutze ich mobile Bearbeitungs-Apps für unterwegs oder spontane Ideen.
Bei Tanzvideos achte ich bewusst auf das Zusammenspiel von Kleidung, Farben, Accessoires und Hintergrund, da sie die Stimmung stark prägen.
Bei komplexeren Projekten arbeite ich strukturiert mit ausführlichen Notizen oder einem Storyboard, um Dramaturgie und Ablauf im Blick zu behalten.
Welche Musik hören Sie am liebsten beim Arbeiten?
Grundsätzlich arbeite ich meistens ohne Musik, weil ich mich bei Projekten, in denen ja oft Musik enthalten ist, ganz auf den perfekten Schnitt und die Synchronisation konzentrieren muss. Die Ruhe hilft mir, richtig in den Flow zu kommen.
Wenn meine Projekte keine Musik haben oder ich mich auf Farbkorrektur, Schriftzüge oder Details konzentriere, lasse ich den TV manchmal etwas lauter laufen. Im Hintergrund laufen oft meine Comfort-Shows, Filme oder sogar Let's Plays, ich bin ja auch leidenschaftliche Gamerin. 🙂
In meinen Pausen höre ich dagegen gerne Musik, R&B, Pop, Balladen – das bringt mich wieder in Tanzstimmung und gibt mir Energie. Die Musikrichtung hängt dabei sehr von meiner Laune und dem Thema des Projekts ab. Manchmal ist es Jazz, im Winter auch gerne Weihnachtslieder, einfach alles, was gerade passt.
Wie gehen Sie mit kreativen Blockaden um?
Wenn ich eine kreative Blockade habe, hilft mir Abstand, am besten draußen in der Natur.
Ein Spaziergang bringt meine Gedanken wieder in Fluss. Ich beschäftige mich bewusst mit anderen Dingen, zum Beispiel meinen Hobbys, und oft entstehen die besten Ideen genau dann, wenn ich nicht aktiv am Projekt arbeite.
Alles, was mir einfällt, notiere ich sofort, damit sich die Ideen nach und nach wie ein Puzzle zusammensetzen können.
Zu Hause nehme ich mir Zeit, oft mit einem warmen Getränk, und lasse meine Gedanken frei laufen, ohne Druck. Auch wenn es als Perfektionistin manchmal frustrierend ist, versuche ich, mich nicht auf die Blockade zu fixieren.
Quality time mit Freunden oder Familie hilft ebenfalls, neue Energie zu tanken.
Für mich entsteht Kreativität ganz organisch, oft genau dann, wenn man sie nicht erzwingt.
Wie präsentieren und vermarkten Sie Ihre kreativen Arbeiten?
Seit 2014 präsentiere ich meine kreativen Arbeiten vor allem auf YouTube, wo mein Kanal heute (2026) über 3 Millionen Abonnenten erreicht.
Plattformen wie YouTube, Instagram oder TikTok geben mir die Freiheit, Projekte nach meiner Vision zu gestalten und meine Arbeiten langfristig zu verfolgen.
Schon als Kind liebte ich Videoschnitt, später habe ich gezielt mein Auge für Details und Storytelling geschärft. Ich konnte Trends aufgreifen, Projekte weiterentwickeln und sogar mit berühmten Musik-Labels und Künstlern zusammenarbeiten.
Anfangs musste ich als junges Mädchen alles selbst lernen: bearbeiten, vermarkten, inszenieren. Meine Mutter war und ist mir eine sehr starke Stütze. Später hat mich mein Bruder im Bereich Marketing unterstützt und sein Wissen aus dem Studium eingebracht.
Für mich ist entscheidend, aus den eigenen Möglichkeiten das Beste zu machen. Ich lerne jeden Tag dazu, und genau das macht Entwicklung spannender als Perfektionismus.
Welche Tipps haben Sie für andere OfG-Absolventen, die gerade an ihrer Abschlussarbeit sitzen?
Also, habt richtig Spaß beim Planen eurer Abschlussarbeit! 🙂
Notiert alles, was euch einfällt, und arbeitet Schritt für Schritt. Feedback ist Gold wert. Manchmal reicht schon ein kleiner Hinweis, und plötzlich macht alles Sinn.
Am wichtigsten: Macht die Abschlussarbeit für euch selbst. Wählt ein Projekt, das ihr liebt und auf das ihr später stolz sein könnt. Natürlich möchte man auch Erfolg haben, das ist selbstverständlich, aber die Leidenschaft muss immer an erster Stelle stehen. Wenn ihr liebt, was ihr macht, läuft der Rest fast von allein.
Selbst wenn es mal schwierig wird, habt Geduld mit euch. Genießt den Prozess, lernt dazu und macht aus dem, was ihr habt, das Beste.
Zwischendurch darf der Spaß nicht zu kurz kommen. Probiert Neues aus und freut euch auch über jeden kleinen Erfolg.
Viel Spaß und Erfolg! 🙂
Die Ideenfindung
In meinem Konzept taucht die Protagonistin in eine Traumwelt ein: Die Szene beginnt, während sie ein Buch liest. Sie schließt die Augen und beginnt zu träumen. Sie stellt sich vor, was alles möglich wäre. Diese Traumwelt wird durch verschiedene Clips dargestellt: unterschiedliche Klamotten, Farben, Locations und Charaktere, doch die Protagonistin bleibt immer die gleiche. Sie spielt in diesen Geschichten verschiedene Rollen und erlebt die Vielfalt der Fantasie.
Am Anfang der Traumsequenz laufen die Clips in einem ruhigen, normalen Tempo, sodass der Zuschauer in die Szenen eintauchen kann.
Gegen Ende werden die Schnitte immer kürzer und schneller, die Musik steigert die Spannung, bis sie plötzlich abbricht. In dem Moment öffnet die Protagonistin die Augen.
Es ist ein kurzer Moment des Innehaltens, in dem deutlich wird: Alles, was sie gerade erlebt hat, wirkt real, und mit der Kraft der Kreativität ist genau das möglich.
Die zentrale Botschaft meines Projekts ist, dass Kreativität uns ermöglicht, innere Welten sichtbar zu machen und Geschichten auf vielfältige Weise Wirklichkeit werden zu lassen, sei es durch die Macht des Editing oder durch viele andere Formen eigener kreativer Visionen.
Das Ergebnis
Fazit:
Mein Fazit ist, dass Kreativität eine unerschöpfliche Kraft ist, die uns erlaubt, Ideen, Geschichten und Emotionen sichtbar zu machen. Sie zeigt, dass Grenzen oft nur in unserem Kopf existieren und wir mit Geduld, Experimentierfreude und Ausdauer erstaunliche Ergebnisse erzielen können.
Für mich persönlich war dieses Projekt eine Bestätigung, wie wichtig es ist, sich auf den eigenen kreativen Prozess einzulassen, zu experimentieren und mutig neue Wege zu gehen.
Letztlich geht es nicht um Perfektion, sondern darum, dass man mit Herzblut arbeitet, Spaß am Prozess hat und am Ende stolz auf das eigene Schaffen sein kann.