Making of Fotografie

Meine Abschlussarbeit in Fotografie an der OfG: „Welken und Blühen“

Für Alex Lutz, Absolvent des staatlich zugelassenen Onlinekurs Fotografie an der OfG, war schnell klar, dass seine Abschlussarbeit mehr sein sollte als eine technische Demonstration fotografischer Fähigkeiten. Er wollte ein Thema aufgreifen, das ihn persönlich bewegt und beschäftigt: den fotografischen Ausdruck von Emotionen und inneren Gefühlszuständen.

Ausgehend von eigenen Erfahrungen entwickelte er eine Bildserie, die Gegensätze sichtbar macht – Schwere und Leichtigkeit, Verletzlichkeit und Stärke, Dunkelheit und Hoffnung. Dabei stehen Selbstporträts und der menschliche Körper als unmittelbare Ausdrucksform im Mittelpunkt. Die entstandenen Fotografien zeigen, wie sich persönliche Erfahrungen, Emotionen und kreative Gestaltung zu einer eindrucksvollen visuellen Erzählung verbinden lassen.

Ein paar Fragen zum Einstieg

Wie sieht Ihr Setting aus? Womit arbeiten Sie?
Ich nutze das, was ich derzeit zur Verfügung habe: meine Vollformat-Spiegelreflexkamera, ein 35-mm- und ein 50-mm-Objektiv, eine Softbox, ein faltbares Backdrop, natürliches Licht, Umgebungslicht, und bei Bedarf bastle ich mir etwas zusammen oder zweckentfremde irgendwas.
Welche Techniken und Tools nutzen Sie, um ein Konzept zu entwickeln und kreative Ideen zu generieren?
Tatsächlich allen voran Stift und Papier. Ich bin die Sorte von Mensch, die auch nachts aus dem Bett springt, um eine Idee zu notieren, bevor sie verloren geht.
 
Aber ich sammle auch gerne Fotos zur Inspiration zu einem bestimmten Thema, z.B. für Moodboards. Die Umsetzung findet dann mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln statt – und je nach Projekt auch mit etwas Ausdauer und Experimentierfreude.
Welche Musik hören Sie am liebsten beim Arbeiten?
Ich höre gerne Musik, die zur Atmosphäre des Projekts passt. Am Schreibtisch höre ich meistens etwas Ruhiges, das meine Aufmerksamkeit nicht zu sehr abschweifen lässt. Im Freien darf es auch etwas mit mehr Energie sein, wenn ich durch die Landschaft streife.
Wie gehen Sie mit kreativen Blockaden um?
Wenn ich es mir zeitlich erlauben kann, nehme ich Abstand oder lasse mich von anderen Dingen inspirieren.
 
Oft ist es aber so, dass ich bei Blockaden einfach anfange, herumzuspielen und zu experimentieren. Da gibt’s dann diese Momente, in denen ich mir denke: Was treibe ich hier eigentlich? Und im nächsten Augenblick stelle ich fest: Ich habe gerade Spaß! Wer oder was soll mich aufhalten?
Wie präsentieren und vermarkten Sie Ihre kreativen Arbeiten?
Bisher präsentiere ich meine Arbeiten nur im Freundes- und Bekanntenkreis bzw. auf Instagram.
 
Aber ich spiele mit dem Gedanken, ob ich nicht einfach einen Fotoblog starte oder einige meiner Bilder bei kleineren Wettbewerben einreiche. Ansonsten schaue ich einfach mal, wohin die Reise geht.
Welche Tipps haben Sie für andere OfG-Teilnehmern, die gerade an ihrer Modularbeit sitzen?
  1. Einfach dranbleiben und Spaß haben! 🙂
  2. Nicht zu sehr dem Perfektionismus verfallen und einen realistischen Blick darauf haben, was wir tatsächlich mit dem, was wir haben, umsetzen können und was (noch) nicht.
  3. Und zu guter Letzt: Wissen heißt auch, zu wissen, wo es steht. Und neben den Kursmaterialien steht uns das gesamte Internet (und Bibliotheken), um unser Wissen zu vertiefen oder eine pragmatische Lösung für ein Problem zu finden – denn oft hatten andere bereits vor uns ein ähnliches Problem.

Die Ideenfindung

Ich hatte beschlossen, die Abschlussarbeit einem persönlichen Thema zu widmen. Seit meiner Therapie hatte ich schon die Idee, negative Emotionen, Gefühlszustände und allen voran meine depressiven Episoden in irgendeiner Weise fotografisch auszudrücken – aber auch nicht, ohne dem Ganzen auch etwas Positives gegenüberzustellen.

Behind-the-Scenes_02

Nach der Ideensammlung und mehreren Brainstorm-Sessions haben sich vor allem drei Aspekte herauskristallisiert, mit denen ich arbeiten wollte: Emotionen, Selbstportrait und Akt bzw. der (mehr oder weniger) nackte Körper. Die Bilder sollten paarweise neben- oder abwechselnd nacheinander betrachtet werden, sodass sie sich gegenseitig mehr Kontext geben und somit auf die eine oder andere Weise gegensätzliche Zustände widerspiegeln. Selbstporträts waren für mich naheliegend, weil ich mich nun mal am ehesten für meine verrückten Ideen begeistern kann, aber auch weil es um meine persönlichen Erfahrungen, Wahrnehmungen und Empfindungen ging. Auch das positive Feedback zu meinen Selbstporträts im zweiten Monat zum Thema „Gestalten mit Licht“ bewegte mich dazu, mich für die Abschlussaufgabe auf meine Stärken zu fokussieren.

Für den Akt-Aspekt entschied ich mich, weil der nackte Körper zum einen mit Scham und Schutzlosigkeit assoziiert werden kann und zum anderen aber auch mit Freiheit und Selbstbewusstsein. Diesen Gegensatz wollte ich mir zunutze machen.

Für die Portraitaufnahmen dienten mir neben meiner Kamera und dem Smartphone (zur Fernsteuerung) ein zweiseitiger, faltbarer Backdrop, ein schwarzes Laken, eine Softbox und Tageslicht. Für die Fotos im Freien musste ich natürlich abgelegenere Orte aufsuchen, um niemanden zu stören. Die Herausforderung bestand für mich darin, dass ich noch keinen Fernauslöser hatte, der ohne WLAN auskommt, und ich deswegen etwas geplanter vorgehen musste. Hier kam das technische Wissen rund ums Thema Schärfentiefe zum Einsatz.

Was die Gestaltung und Nachbearbeitung anging, habe ich bei den düsteren Motiven die Farben mehr ins Kühle und Dunkle geschoben. Die positiven Bilder hingegen, habe ich heller und wärmer gestaltet, beließ sie aber insgesamt natürlicher.

Die größte Herausforderung war zum Schluss die Auswahl der Fotos. Maximal 10 Bilder sollten es werden, und erstaunlicherweise entschied ich mich bei einigen Fotos in letzter Minute für das „authentischere“ statt auf das „technisch oder ästhetisch Perfekte“.


Die Ergebnisse

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Lutz_Alternativbild

Mein Fazit

Die konstruktiven Analysen der Dozent:innen zu den Monatsaufgaben haben mir sehr geholfen und mich motiviert, dranzubleiben. Ich freute mich sowohl über Lob und Bestätigung zu gelungenen Einreichungen als auch über Kritik und Verbesserungsvorschläge, die ich dann in andere Projekte einfließen lassen konnte.

Mein persönliches Fazit: Für mich war es definitiv die richtige Entscheidung, diesen Kurs zu absolvieren. Ich habe Grundlagen vertieft, viel Neues gelernt, eine Menge Ideen und Impulse mitgenommen und bin zwischendurch über mich selbst hinausgewachsen und mehrmals über meinen Schatten gesprungen.

TestimonialsundDozenten

Alex Lutz
OfG-Absolvent / Fotografie
instagram.com/alex.nh95/


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