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Meine Abschlussarbeit in Fotografie an der OfG: „Collage“

Willkommen zu unserem Making of in dem Ihnen OfG-Absolvent Nikolaus Meyer die Entstehung einer kreativen Collage näherbringen wird. Die Collage erzählt eine zusammenhängende Geschichte und reflektiert die Leidenschaft des Künstlers für Sport und Bewegung. Sie erfahren, wie die Bewegungsabläufe in der Collage ineinander übergehen und zu einem harmonischen Ganzen verschmelzen. Erleben Sie die Vielseitigkeit und Ausgewogenheit in dieser einzigartigen Kunstform und lassen Sie sich inspirieren.

Ein paar Fragen zum Einstieg:

Wie sieht Ihr Setting aus?

Ein klassisches Setting habe ich nicht. Ich arbeite Indoor und Outdoor, das heißt situativ entscheide ich, welches Setting ich mir aufbaue. Das Setting gehört integral zum kreativen Prozess.

Wenn es sich um einen Fotoauftrag handelt, dann orientiere ich mich natürlich an den Kundenwünschen und bringe meine künstlerische Übersetzung ein. Hierbei erlebe ich oft einen Prozess auf beiden Seiten, Kunde und auch meine Seite, wo sich die ersten Ideen so langsam konkretisieren und mitunter auch weiterentwickeln.

Beim Setting für meine Abschlussarbeit habe ich zwei Settings probiert. Das eine Indoor in meinem Atelier, relativ klassisch vor dunklem Hintergrund in marmoriertem Rot, Kamera statisch auf einem Stativ moniert. Das andere war an verschiedenen Locations, Outdoor am Strand und anderen Plätzen hier auf der Insel.

Womit arbeiten Sie?

Kameratechnisch bin ich mit drei Kameras ausgestattet, sodass ich speziell bei Outdooraufnahmen in der Regel keinen Objektivwechsel vornehmen muss und recht schnell auf die Situation eingehen kann. Alle drei Kameras haben eine für meine Einsatzgebiete sehr gute Auflösung und ich nutze Objektive, die lichtstark sind und in der Regel bei 1,8 oder 2,8 beginnen. Die Brennweiten setze ich gezielt ein, je nachdem wie die konkrete Situation ist. Sehr gerne arbeite ich, wenn ich für mich selbst unterwegs bin, mit der Festbrennweite von 50 mm und habe damit einen sehr breiten Einsatzbereich. Insbesondere, wenn ich Streetfotografie durchführe, liebe ich diese einfache und klassische Brennweite. Das Objektiv ist klein und kurz, die Ausrüstung ist damit leicht und beweglich und die Kombination macht viel Spaß.

Postproduction ist für mich die Entwicklung der Fotos bis zur Druckqualität. Dies führe ich in Adobe Lightroom® und Adobe Photoshop®, sowie weiterer kleinerer Tools durch. Beim Druck verlasse ich mich auf entsprechende Partnerfirmen. Die Wahl der Materialien ist allerdings sehr wichtig, um den Ausdruck des Bildes zu verstärken. Einer meiner Favoriten für die s/w-Fotografie ist das Hahnemühle Photo Rag Ultra Smoth® als Druckmedium, ein sehr feines und edel anmutendes Papier.

Bei meiner Abschlussarbeit habe ich die Nikon Z7ii mit 50 mm Objektiv verwendet.

Welche Techniken und Tools nutzen Sie, um ein Konzept zu entwickeln und kreative Ideen zu generieren?
Techniken und Tools klingt für mich eben genau danach – nach Technik und Werkzeugen. Genau das versuche ich bei meinen eigenen Arbeiten, also bei den nicht auftragsbezogenen Arbeiten – im fotokünstlerischen Bereich – zu vermeiden. Ich suche kreative Ideen in der Natur und nutze die vorhandenen Ressourcen, um meine eigenen Ideen zu flankieren und zu verstärken. Die Natur kann auch in einem Gesicht bei einer Porträtaufnahme stecken. Man spricht von „Gesichtslandschaften oder davon, dass die Haut und das Gesicht die Seele widerspiegeln. Wenn es mir gelingt, diesen Teil zu entdecken und das meinem Model zu spiegeln – dann ist das Mirroring geglückt. Hier setze ich auf Licht, auf Lichtquellen, die mir helfen eine natürliche Lichtstimmung, aber eben auch eine künstlerische Atmosphäre zu erzeugen. Ich verzichte meist auf zusätzliche Accessoires und nutze eher einfache Wände, Mauern, Stühle oder Fenster. Bei Outdoor-Projekten komme ich gelegentlich in den Bereich der Langzeitbelichtung. Hier kann es passieren, dass ich mich für den Einsatz von ND oder Verlaufsfiltern entscheide.
 
Bei meiner Abschlussaufgabe konnte ich den Studioblitz, einen Rollei Freeze6S und eine Tageslichtlampe zum leichten Aufhellen der Schattenseite einsetzen.
Welche Musik hören Sie am liebsten beim Arbeiten?
Musik ist für mich wichtig. Ich liebe Musik. Ich höre auch viel Musik. Bei der Arbeit allerdings bin ich fokussiert und höre bewusst keine Musik. Musik ist für mich eine eigene Kunst und kein Beiwerk, daher möchte ich der Musik auch ihren eigenen Raum geben.
Wie gehen Sie mit kreativen Blockaden um?

Das geschieht leider nicht so selten, wie ich mir das wünsche. Wenn eine kreative Blockade da einsetzt, wo ich etwas Bestimmtes umsetzen soll oder muss, dann lese ich meinen Auftrag genau durch – mehrfach. Ich lasse mir durch Schwarmintelligenz helfen und inspiriere mich durch Arbeitet anderer Künstler oder Fotografen. Durch die Beschäftigung mit der Thematik und Hintergrundinformationen und Recherchen zu dem Thema kommen dann die Ideen und ich setze schrittweise das Thema um.

Wenn ich aber eine Blockade habe, die eine eigene Fotoidee betrifft, dann lasse ich sie zu. Ich warte. Ich beginne nichts Neues. Ich warte, bis etwas wie Langeweile beginnt, einzutreten. Ich warte weiter und habe die verlässliche Erfahrung, dass bei genügend Wartezeit und Langeweile die Bewegung in die richtige innere Richtung losgeht. Wenn ich dann wieder an das Projekt zurückkehre, stellen sich die Ideen und die Umsetzungsideen ein. Ich sage mir dann oft: Fotografie ist nicht die Abbildung der Wirklichkeit, sondern die Umsetzung einer Idee – meiner Ide

Wie präsentieren und vermarkten Sie Ihre kreativen Arbeiten?
Zur Vermarktung und Präsentation nutze ich die klassischen Wege: Facebook, Instagram, 500px und aber auch unsere eigene Homepage, die meine Frau (Malerin) und ich in eigener Regie pflegen und gestalten.
 
Außerdem haben wir ein Haus auf der Insel Pellworm im Norden, in Nordfriesland und betreiben ein kleines Atelier, wo wir unsere Arbeiten erstellen, aber auch ausstellen, das Lüttschool Atelier.
Welche Tipps haben Sie für andere OfG-Absolventen, die gerade an ihrer Abschlussarbeit sitzen?
Spaß haben, mit Spaß und viel Offenheit daran gehen und gespannt sein, wohin sich die eigenen Ideen entwickeln. Dinge testen, verwerfen und weitermachen.
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Die Ideenfindung

Die Collage ist eine Ausdrucksform, die für mich einen inneren Zusammenhalt benötigt und diese auch ausdrückt. Daher war meine Idee, eine zusammenhängende Geschichte zu erzählen, die aber auch etwas mit mir selbst zu tun hat. Ich laufe selbst gerne und habe aus früherer Zeit einen pflegerischen beruflichen Hintergrund. Dieser veranlasst mich auch dazu, so zu laufen, dass es gelenkschonend und trotzdem sportlich ambitioniert ist. Das heißt, der Sport soll ausgewogen sein. Die Bewegungsabläufe, sitzen, stehen, gehen, rennen, wechseln sich ab und gehen ineinander über. Genau das wollte ich auf dem Bild ausdrücken.

Die Problemstellung

Die kleine Holzfigur dient meiner Frau beim Malen gelegentlich als Hilfestellung für Proportionen etc. Ich habe nun die Holzfigur genutzt, um die Bewegung des Laufens uns der Übergänge vom Sitzen bis zum Laufen darzustellen.

Die Überschneidungen in den Einzelbildern und der aufgehellte Hintergrund im Bild sollen die Zusammenhänge und Übergänge zwischen den Bewegungen veranschaulichen. Die Übergänge sind durch den Farbverlauf über die Bilder hinweg zusätzlich fließend zu den Bewegungen ausgelegt.

Das Ergebnis

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Das Ergebnis waren dann zahlreiche Fotos in den einzelnen Bewegungsabschnitten und ich habe mich für diese fünf Einzelbilder entschieden und in die Collage eingebaut. Dafür habe ich Adobe Photoshop eingesetzt.

Fazit

Es war eine spannende Erfahrung, die Arbeit mit der Zielidee einer Collage zu beginnen. So hatte ich bislang noch nicht gearbeitet. Es ging mir bislang eher um die Umsetzung einer fotografischen Idee. Das ist hier bei meiner Abschlussarbeit auch so gekommen, der Start aber war ebenso, dass ich ausgehend von dem Ergebnis die vorherigen Zwischenschritte überlegen musste. Die kreative Umsetzung selbst hatte nun einen anderen Stellenwert bzw. eine andere Position. Das war neu und mir hat diese Umsetzung viel Spaß gemacht sowie weitere Möglichkeiten zur Umsetzung von solchen Aufgaben gezeigt. Ich werde diese Herangehensweise künftig dort, wo es passt, einsetzen.

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Nikolaus Meyer
OfG-Absolvent / Fotografie
instagram.com/thelandscapersphoto


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