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Meine Abschlussarbeit in Produktdesign an der OfG: Leuchtprofil „the versatile light profile“

OfG-Absolvent Thomas Winkler hat im staatlich zugelassenen Onlinekurs Produktdesign die Herausforderung angenommen, ein außergewöhnlich vielseitiges Beleuchtungssystem zu entwickeln – das versatile light profile. Ausgangspunkt war die Idee, ein modulares Aluminium-Profil zu gestalten, das elegante LED-Beleuchtung mit funktionalen Regal-Auslegern verbindet.

Ziel des Projekts war es, eine Lösung für den gehobenen Interieurbereich zu schaffen, die Architekt:innen, Planer:innen und Designer:innen maximale Flexibilität bietet. Das Ergebnis: eine klare Formsprache, hochwertige Materialien und ein technisches Konzept, das sowohl ästhetisch überzeugt als auch in der Anwendung vielfältig einsetzbar ist – von Wand- und Pendelleuchten über Up&Down-Light bis hin zu modularen Erweiterungen.

Ein besonderes Highlight: Das Profil lässt sich durchdacht an individuelle Anforderungen anpassen und eröffnet sogar Potenzial für zukünftige Anwendungen, etwa akustisch wirksame Licht-Rahmen. Wie dieser spannende Designprozess ablief und welche kreativen wie technischen Herausforderungen zu meistern waren, erfahrt ihr im Making Of!

Ein paar Fragen zum Einstieg:

Wie sieht Ihr Setting aus? Womit arbeiten Sie?
Mein Setting ist zweigeteilt: einerseits das iPad als digitales Skizzenbuch, andererseits mein PC-Arbeitsplatz mit CAD-Software und 3D-Drucker.
 
Die ersten Ideen entstehen mit der App Sketches von TAYASUI – ein unkomplizierter Zugang, um schnell Formen und Konzepte festzuhalten. Sobald sich Ansätze verdichten, wechsle ich in die App uMake, ebenfalls am iPad. Diese erfordert zwar regelmäßige Übung und überfordert mich manchmal, eröffnet aber spannende räumliche Perspektiven. Für die präzise Ausarbeitung nutze ich Autodesk Fusion 360, für Visualisierungen Twinmotion. Begleitend entstehen Prototypen mit SLA- und FDM-3D-Druckern.
Welche Techniken und Tools nutzen Sie, um ein Konzept zu entwickeln und kreative Ideen zu generieren?
Am Anfang steht stets eine Markt- und Konkurrenzanalyse: Welche Lösungen gibt es bereits, wo liegen ihre Schwächen? Danach folge ich einem iterativen Prozess: Skizze → 3D-Entwurf → Simulation → Prototyp.
 
Ein entscheidender Durchbruch in meinem Projekt war die Kombination zweier Materialien – Aluminium für die sichtbaren Profile, Kunststoff für das innenliegende Verbindungselement. Diese Mischung löste gleich mehrere Probleme: Toleranzausgleich, Stabilität und Flexibilität.
Welche Musik hören Sie am liebsten beim Arbeiten?
Ehrlich gesagt: keine. Musik lenkt mich ab – egal ob Skizze, CAD oder Text. Am produktivsten arbeite ich in vollkommener Ruhe.
Wie gehen Sie mit kreativen Blockaden um?
Das ist meine größte Herausforderung. Ich finde nur schwer in den Designprozess hinein. Meine Strategie: Aufräumen. Wohnung, Büro, Schreibtisch – sobald die äußere Ordnung hergestellt ist, entsteht auch innere Klarheit. Danach fließt es oft wie von selbst.
 
Alternativ greife ich zum 3D-Drucker und lasse ein Zwischenmodell entstehen – durch das Anfassen und Drehen eines physischen Objekts ergeben sich fast automatisch neue Ideen.
 
Ein weiterer Schlüssel liegt für mich im Feedback von Kollegen und Freunden. Natürlich fühlt sich Kritik im ersten Moment manchmal hart an – vor allem, wenn man gerade selbst noch mit Unsicherheit im Entwurfsprozess kämpft. Aber im Rückblick erweisen sich diese Rückmeldungen fast immer als wertvoll. Sie eröffnen neue Blickwinkel, decken blinde Flecken auf und helfen, das Konzept zu schärfen. Man muss ja nicht jede Anmerkung 1:1 übernehmen – aber der gedankliche Anstoß allein ist oft Gold wert.
Wie präsentieren und vermarkten Sie Ihre kreativen Arbeiten?
Ich kombiniere digitale Renderings mit physischen Prototypen. Die Renderings transportieren die ästhetische Qualität, die Prototypen hingegen schaffen Vertrauen in die technische Umsetzbarkeit. Langfristig möchte ich meine Entwürfe in interaktiven 3D-Konfiguratoren erlebbar machen – eine Brücke zwischen Produktdesign und digitalem Vertrieb.
Welche Tipps haben Sie für andere OfG-Teilnehmer, die gerade an ihrer Abschlussaufgabe sitzen?
Früh anfangen, klein denken: Lieber schnell erste Skizzen und Testmodelle anfertigen, statt auf die „perfekte Idee“ zu warten.
 
Iterieren: CAD, Renderings, Prototypen – alles mehrfach durchspielen und Fehler zulassen.
 
Feedback ernst nehmen: Auch wenn Kritik im ersten Moment unbequem wirkt – sie ist oft der Katalysator für bessere Lösungen.
 
Disziplin aufbauen: Blockaden gehören dazu. Entwickelt Rituale, die euch helfen, wieder ins Arbeiten zu kommen. Bei mir ist es das Aufräumen – andere finden ihren Flow beim Spazierengehen.
 
Mut zum Verwerfen: Nicht jede Idee trägt. Das Aussortieren ist kein Scheitern, sondern ein wichtiger Schritt zur besseren Lösung.

Die Idee

Für meine Abschlussarbeit im Lehrgang Produktdesign an der OfG entwickelte ich ein außergewöhnlich vielseitiges Beleuchtungssystem: the versatile light profile. Das modulare Aluminium-Profil vereint elegante LED-Beleuchtung mit der Option integrierter Regal-Ausleger – eine Kombination, die sowohl ästhetisch als auch funktional überzeugt.

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Ziel war es, eine Lösung für den gehobenen Interieurbereich zu schaffen, die Architekten, Planern und Designern maximale Flexibilität bietet: klare Formensprache, einfache Montage, hochwertige Materialien und ein durchdachtes technisches Konzept.

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Das Ergebnis ist ein Profil, das nicht nur als Wand- oder Pendelleuchte eingesetzt werden kann, sondern auch Raum für Individualisierung lässt – von Up-and-Down-Light über modulare Erweiterungen bis hin zu zukünftigen Anwendungen wie akustisch wirksamen Licht-Rahmen.

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Fazit

Mit the versatile light profile entstand ein System, das sowohl Gestaltungsfreiheit als auch Nachhaltigkeit miteinander verbindet – und das Potenzial hat, sich als neue Designlösung im Interieur- und Möbelbau zu etablieren.

Aufgrund der Modularität bzw. Komplexität und der hierfür notwendigen Einzelkomponenten besteht jedoch auch ein Erklärungsbedarf hinsichtlich der Anwendung und, bedingt durch den etwas höheren Materialaufwand und die bewusste Verwendung von recycelten Rohstoffen, eine Preisdifferenz gegenüber „einfacheren“ Lösungen am Markt.

Diese Mankos gilt es mit profunden Argumenten wie z. B. Vielseitigkeit, Verwendung ökologischer und wiederverwendbarer Rohmaterialien und natürlich dem einzigartigen und funktionellen Design abzuschwächen.

Denn, selbst wenn eine Produktidee noch so gut ist, sollten am Ende des Tages auch deren wirtschaftliche Faktoren stimmen – von „Schönheit“ alleine lässt sich leider (noch) nicht leben.

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Thomas Winkler
OfG-Absolvent / Produktdesign
linkedin.com


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