Aufmacher_Claudia_Wiens

OfG-Dozenten im Fokus: Claudia Wiens

Claudia ist eine leidenschaftliche und professionelle Fotografin seit 1995. Derzeit hat sie ihre Basis in Vejer de la Frontera, Spanien, von wo aus sie weltweit für ihre Arbeit reist. Ihre fotografische Reise begann in ihren frühen Zwanzigern für eine lokale Zeitung in Dortmund. Glücklicherweise bot die gigantische Konzerthalle Westfalenhalle in Dortmund regelmäßig Auftritte großer Stars, und da keiner ihrer Kollegen an Wochenendabenden arbeiten wollte, hatte sie die Möglichkeit, Musiker wie David Bowie, Prodigy und Die Ärzte zu fotografieren.

Claudia studierte Fotodesign in Dortmund und entwickelte während dieser Zeit eine tiefe Liebe zum Nahen Osten und Nordafrika (MENA-Region). Im Jahr 1999 zog sie nach Kairo, Ägypten, und kehrte nur für ihre Abschlussprüfungen nach Deutschland zurück. Ägypten war schon immer ihre große Liebe – dort erlebte sie viele verrückte Abenteuer mit und ohne Kamera. Sie begann für internationale Publikationen, NGOs und Unternehmen wie GEO-Magazin, Stern, Guardian, Unicef, Johns Hopkins, GIZ, ThyssenKrupp, Hilton und das Goethe-Institut zu arbeiten. Schon früh entdeckte sie ihre Leidenschaft für alle Geschichten rund um Frauen. Frauen sind so vielfältig, unglaublich stark, kreativ und inspirierend, und sie glaubt, dass es wichtig ist, dass diese Geschichten erzählt werden.

Ihre andere Leidenschaft gilt Umweltfragen und Nachhaltigkeit. Ihre Mutter brachte ihrer Familie schon in den 1980er Jahren allerlei verrückte nachhaltige Ideen nahe und wurde später viele Jahre lang Aktivistin bei Greenpeace. Claudia ist dankbar für den Samen, den ihre Mutter in ihr gepflanzt hat, und hofft, mit ihrer Fotografie und anderen Tätigkeiten einen Beitrag zum Schutz unseres Planeten leisten zu können.

Claudia unterrichtet regelmäßig Fotografie-Workshops auf der ganzen Welt und ist seit 2019 die Fotografie-Dozentin an der Online-Schule für Gestaltung (OfG).

Ein paar Fragen zum Einstieg:

Liebe Claudia, wir starten ganz locker mit ein paar Stichpunkten, auf die du assoziativ antwortest:

  • Lieblingstools? Eindeutig die Kamera!
  • Lieblingsfarbe? Türkis und Pink
  • Lieblings-Webseite? womenphotograph.com
  • Lieblings-Künstler? Marina Abramović
  • Lieblingszitate?

"Jenseits der Vorstellungen von Richtig und Falsch liegt ein Ort. Dort werde ich Dich treffen." – Rumi

"Das Auge ist blind für das, was der Geist nicht sieht." – Arabisches Sprichwort.

Vita
  • 1992–1996 Studium Romanistik und Kunstgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum Juni
  • 1996 BA in Italienisch und Kunstgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum
  • 1996–2002 Studium Visuelle Kommunikation/Fotodesign an der Fachhochschule Dortmund
  • 2002 Diplom Foto-Design bei Prof. Heiner Schmitz mit Coptic Life in Ägypten
  • Zwischen 2003 und 2023 zahlreiche Ausbildungen im Bereich Yoga, Meditation, Klangheilung, Thai-Massage, Reiki, Ecstatic Dance DJ und Facilitator, die zu ihrem zweiten Standbein neben der Fotografie geführt haben.
  • 2003 Erstes Buch: Coptic Life in Egypt erschienen beim AUC in Cairo Press Verlag
  • 2009 Zweites Buch: Of Dung-beetle Messengers and Infamous Crickets, ein Foto-Text-Band über das tägliche Leben in Myanmar
  • 2011 Drittes Buch: Schuhgröße 37 – Frauenfußball in Ägypten, der Türkei, Palästina und Berlin, Dietz-Verlag
Auszeichnungen, Preise, Kunden etc.
  • 2002 Sponsoring von der Sawiris Foundation für ihren Bildband Coptic Life in Ägypten
  • 2006 Stipendium vom KULTURWERK der VG Bild-Kunst für das Myanmar-Fotobuch
  • 2011 Förderung von der DVB-Kulturstiftung für die Frauenfußballausstellung im Kreuzbergmuseum in Berlin
  • 2011 Förderung durch die Friedrich-Ebert-Stiftung für das Frauenfußball-Buch
  • 2013 Grenzgänger Stipendium der Robert Bosch Stiftung für ein Fotoprojekt über postrevolutionäre Kunst in Ägypten, Libyen und Tunesien.

Kunden (Auswahl):
Internationale Magazine, Zeitungen, Agenturen: GEO, GEO Special, GEOlino, Der SPIEGEL, Stern, Neue Zürcher Zeitung, Wallpaper* Magazine, COLORS Magazin, Chrismon, SZ Wissen Magazin, Junge Welt, Frankfurter Allgemeine Zeitung, BBC World, Newsweek, Bloomberg Magazin, Reuters, Getty Images, epa/dpa, Madame, Abenteuer Reisen Magazin, Marco Polo Reiseführer, Merian Reiseführer, Marie Claire UK, Elf Freunde Magazin, Al Ahram, Cairo Times, The National, Deutsche Welle, Financial Times
Museen, Organisationen, Institute, Hotels: Kestner Museum Hannover, Antikenmuseum Basel, UNDP, UNICEF, Johns Hopkins, GIZ weltweit, SOS Kinderdorf, Goethe Institute weltweit, Four Seasons Hotel, Steigenberger Hotel, Iberhotel, Hilton International, Abercrombie and Kent, Orascom, BP, Benetton, ThyssenKrupp

Seit 1999 zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen weltweit, wie zum Beispiel im Kestner Museum Hannover, Kreuzbergmuseum Berlin, Axa Tower London, Host Gallery London, in Goethe Instituten in Kairo, Khartoum, Algiers, Alexandria.

Was hat dich dazu inspiriert, Fotografie zu deinem Beruf und deiner Leidenschaft zu machen?

Als Kind war es mein Großvater, der ein eigenes Schwarz-Weiß-Labor unter dem Dach hatte und mit mir zusammen am Wochenende Fotos entwickelt hat.

Später waren es Magazine mit Reportagen aus aller Welt. Ich wollte reisen und das Leben anderer Menschen kennenlernen und dann darüber berichten.

Wie bist du zur OfG gekommen?
Durch puren Zufall. Ein Kollege hatte mich dort empfohlen und die OfG schickte mir 2019 eine E-Mail und fragte mich, ob ich Interesse daran hätte, bei ihnen Fotografie zu unterrichten. The rest is history.
Wie sieht dein typischer kreativer Prozess aus, und wie kommst du über kreative Blockaden hinweg?
Meistens habe ich eine Idee, wenn mein Körper in Bewegung ist (Tanzen, Sport aller Art), oder manchmal mitten in der Nacht, und dann bricht ein Enthusiasmus aus und mein Gehirn und meine Sinne laufen zur Hochform aus. Später wird es dann praktischer und Details kommen ins Spiel.
 
Normalerweise läuft jede Idee durch mehrere Phasen. So manch eine Idee wird auch nie umgesetzt. Es macht aber trotzdem Spaß, sie in Gedanken zu (er)leben.
 
Gegen kreative Blockaden hilft mir auch Bewegung, damit verlasse ich meinen Kopf und befinde mich dann mehr in meinem Körper, das trägt zur Entspannung bei. Besonders Tanzen, Surfen oder auch Wandern kann wunderbar hilfreich sein.
Was sind persönliche Projekte oder Hobbys von dir?

Eine meiner großen Leidenschaften ist das Gärtnern, Essen selber anpflanzen und ernten, genial! Und die meisten meiner Hobbys sind alle Bestandteil meiner Arbeit: Fotografie, Yoga, Tanzen, Musik, Klangheilung, Reisen. Sport generell macht mich glücklich, daher mache ich eigentlich jeden Tag irgendetwas, Joggen, Surfen, Fitness, Rollerblading ...

Was oder wer inspiriert dich oder ist ein Vorbild?
Inspirierende Vorbilder sind oft Menschen, die ihre Träume verwirklichen und sich nicht von sinnlosen Regeln oder Angstmacherei stoppen lassen. Egal, in welchem Bereich. Es sind die mutige Energie und die Lebensfreude, die mich inspirieren.
Welche Aspekte sind dir besonders wichtig im Kurs zu vermitteln?
Wissen zu vermitteln, ist natürlich wichtig. Aber was mir noch wichtiger erscheint, ist es, dazu beizutragen, eine Leidenschaft für die Fotografie und Kreativität zu entfachen und die Studierenden dabei zu unterstützen, ihren Weg zu finden. Daher freue ich mich auch immer über einen persönlichen Austausch.
Wie siehst du die Zukunft eines Fachbereichs und welche Kompetenzen betrachtest du als zunehmend entscheidend dafür?
Durch die künstliche Intelligenz werden sicherlich einige Bereiche der Fotografie ersetzt. Andere hingegen werden vielleicht wieder wichtiger werden, wie Reportagen.
 
Empathie, interpersonelle Kompetenz und echte Kreativität und Authentizität werden immer wichtiger werden. Es werden daher vielleicht auch einige Berufszweige sich vermischen.
 
Ich selber bringe Disziplinen wie Meditation und Fotografie in Kursen zusammen. Man muss flexibel und auch offen für Neues sein und öfter "outside of the box" denken.
Wie bleibst du selbst neugierig und motiviert, dich ständig weiterzubilden?
Irgendwie ist die Neugierde ein Teil von mir und ich kann mir gar nicht vorstellen, die Lust am Lernen zu verlieren. Ich habe eher das umgekehrte Problem: woher soll ich die Zeit nehmen, um all das zu lernen, was mich interessiert? Mir hilft es, so wenig Routine wie möglich zu haben.
 
Ich genieße es, wenn meine Tage ganz unterschiedlich ablaufen. Und wie immer ist körperliche Bewegung gut. Neue Dinge auszuprobieren ist hilfreich, damit ich immer wieder mal aus meiner Komfortzone herauskomme, körperlich, emotional sowie mental.
 
Ich stelle mich selbst immer wieder Herausforderungen. Eine dezente Dosis Aufregung, Angst, feuchte Hände und Lampenfieber sind motivierend.
Gibt es Trends oder Entwicklungen, die du spannend findest?

Ehrlich gesagt, verfolge ich wenig Trends.

Was möchtest du der OfG-Community und zukünftigen Studierenden noch mit auf den Weg geben?

Verfolge deine Träume und Leidenschaften!!!!! Denn man hat viel mehr Energie und Motivation für die Dinge, die einem am Herzen liegen, als für Dinge, die man aus pragmatischen Gründen (oder weil andere das so wollen) macht.

Claudias Arbeiten (Auszüge)

019_002 Egypt, Cairo, Training women football Club Vacsera
002_017 Football camp for girls in Sakarya, by Claudia Wiens
003_Seville_Feria_de_Abril_byClaudiaWiens
017 photo CW
005_025_Gnaoua_Festival_byClaudiaWiens
015_Seville_Corona_Chronicles_byClaudiaWiens
016_012_Libya_Tripoli_Break_Dance_Festival_byClaudiaWiens
002_072_Cairo_18Feb_Celebration_byClaudiaWiens
044_Sweileh_DarAlOmran_byClaudiaWiens
002 Lucha Libre in Mexico 010, by Claudia Wiens
027_016_Tunis_Faten_Rouissi_byClaudiaWiens
Egypt_Literacy_Class_byClaudiaWiens

Claudias Buchprojekte (Auszüge)

001_COVER
burma_1_byClaudiaWiens
Schuhgröße 37_Cover

Sollten Sie Interesse am Fotografie Kurs oder weitere Fragen haben, melden Sie sich gerne bei uns!