Making of Printproduktion Onlinekurs OfG staatlich zugelassen

Meine Modulaufgabe in Printproduktion an der OfG: Branding der fiktiven Marke VividGreen Inks

Wie gestaltet man eine überzeugende Magazinanzeige, wenn es kaum inhaltliche Vorgaben gibt – aber professionelle Druckstandards eingehalten werden müssen? In der Abschlussaufgabe des OfG-Kurses Printproduktion entwickelte Teilnehmer Markiian Severyn Sokalskyi eine doppelseitige Anzeige für das Magazin PAGE: technisch sauber umgesetzt (PDF/X-3, CMYK, PSO Uncoated V3, 300 dpi) und konzeptionell frei.

Entstanden ist die fiktive Marke VividGreen Inks – ein visionäres, vollständig ökologisches Druckfarbenset auf Algenbasis. Inspiriert von Ernst Haeckels Kunstformen der Natur und der Ästhetik von CMYK-Rosetten wurde eine mikroskopische Alge zum stilisierten Rasterpunkt: natürlich, geometrisch, drucktechnisch präzise.

Ein paar Fragen zum Einstieg:

Wie sieht Ihr Setting aus? Womit arbeiten Sie?
So einfach wie möglich. Ich arbeite überwiegend zu Hause am Computer. Manchmal kommen mir Ideen unterwegs oder draußen, deshalb habe ich immer ein Notizbuch oder ein Blatt Papier dabei, um sie festzuhalten. Ich bin fast vollständig auf Affinity umgestiegen; nur für Mockups verwende ich noch mein altes Photoshop CS6.
Welche Techniken und Tools nutzen Sie, um ein Konzept zu entwickeln und kreative Ideen zu generieren?
Ideen entstehen auf unterschiedliche Weise: Manchmal sofort, manchmal muss man sie erst „anstoßen“, etwa durch das Anschauen guter Arbeiten auf Pinterest.
 
Manchmal kann auch KI bei der Ideenfindung helfen. Gelegentlich beginne ich mit Skizzen auf Papier, manchmal setze ich mich aber auch direkt an den Computer.
Welche Musik hören Sie am liebsten beim Arbeiten?
Ich habe eine musikalische Ausbildung und spiele Cello. Deshalb höre ich sehr unterschiedliche Musik von Orlando di Lasso, Henry Purcell und Johann Sebastian Bach über Volksmusik bis hin zu King Crimson, The Doors, Björk, Miles Davis oder Keith Jarrett. Beim Gestalten arbeite ich jedoch meist in Stille. Manchmal schalte ich etwas ein, um in Stimmung zu kommen.
Wie gehen Sie mit kreativen Blockaden um?
Meistens widme ich mich einer anderen Aufgabe oder schlafe eine Nacht darüber, wenn ich unsicher bin, welche Variante ich wählen soll. Manchmal frage ich auch meinen jüngsten, zehnjährigen Sohn Yarema um Rat :). Er hat einen sehr guten künstlerischen Geschmack.
Wie präsentieren und vermarkten Sie Ihre kreativen Arbeiten?
Ich veröffentliche meine Arbeiten auf Behance und zeige sie Freunden. Sehr gerne würde ich zusätzlich noch eine eigene Website erstellen.
Welche Tipps haben Sie für andere OfG-Absolventen, die gerade an ihrer Abschlussarbeit sitzen?
Plant eure Zeit realistisch. Gute kreative Arbeit muss „reifen“, sie braucht Zeit und mehrere Anläufe (zumindest ist das bei mir so). In einer bestimmten Phase scheint etwas vielleicht genial, doch später merkt man, dass es nicht ganz oder sogar überhaupt nicht so ist. Dann lohnt es sich, eine Pause zu machen und mit neuer Energie und frischem Blick weiterzuarbeiten. Glaubt an euch, an euer Talent und an die Bedeutung eurer Ideen.
 
Gleichzeitig sollte man Kreativität nicht als etwas übermäßig Ernstes betrachten, sondern eher als Spiel, als Improvisation. Hier darf man ruhig ein bisschen „Freak“ sein :). Aus technischer Sicht jedoch muss alles korrekt und professionell umgesetzt werden mit Einhaltung aller Vorgaben, besonders wenn es um Druck geht.

In den Anforderungen der letzten Kursaufgabe – einer Magazinanzeige für das Magazin PAGE – gab es keine Vorgaben zum Produkttyp, nur zum Format (ich wählte eine Doppelseite 2/1, 440 × 280 mm). Außerdem mussten bestimmte Elemente verpflichtend enthalten sein (ein Logo als „Absender“ und mindestens eine URL-Adresse).

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Es gab auch technische Vorgaben: Dateiformat PDF/X3, Farbmodell CMYK, Farbprofil PSO Uncoated V3, Bildauflösung 300 dpi. Die Idee einer Anzeige für ökologische Druckfarbe wurde mir von Gemini vorgeschlagen. Ich erfuhr, dass es tatsächlich ein Ziel von Umweltschützern ist, vollständig organische Druckfarben zu entwickeln. Derzeit wird kommerziell lediglich die schwarze Komponente (K), hergestellt aus Algen, verwendet; für CMY wird noch geforscht.

Ich beschloss, noch einen Schritt weiterzugehen und diesen Traum in einer fiktiven Marke für ein vollständiges Druckfarbenset namens VividGreen Inks umzusetzen. Ich wollte mich von den üblichen Farbdosen lösen und etwas anderes entwickeln.

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Bei der Suche nach Algenbildern stieß ich auf eine Lithografie des Naturforschers Ernst Haeckel aus seinem Buch Kunstformen der Natur (1904). Eine der mikroskopischen Algen, Pediastrum selenaea, passte mit ihrer Form hervorragend zu meiner Idee.

Mich interessierte besonders der technische Aspekt des Drucks – die Rasterung von CMYK in bestimmten Winkeln, wodurch sogenannte Rosetten entstehen, die ästhetisch sehr reizvoll sind. Die besten visuellen Ergebnisse erzielt eine hexagonale Rasterung.

Deshalb wurde diese Alge mit ihrer geometrischen, sechseckigen Struktur zu einem stilisierten Punkt im hexagonalen Raster und repräsentierte zugleich die Idee einer ökologischen, natürlichen Druckfarbe. Jeder Rasterpunkt wirkt wie eine lebendige Algenzelle.

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Zur Illustration der Rasterung wählte ich die Silhouetten anderer, nicht mikroskopischer Algen der Gattung Rhodymenia, deren baumartige Form mir besonders gefiel. Für das Logo griff ich ebenfalls die Form von Rhodymenia auf.

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Für den Logotext wählte ich die variable Schrift Roboto Flex von Google Fonts. Diese Schrift nutzte ich auch für den Fließtext und kleinere Überschriften. Für die Hauptüberschrift entschied ich mich zur stärkeren Aufmerksamkeit für die markante Schrift Dela Gothic One.

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Fazit

Durch dieses Projekt konnte ich nicht nur eine technisch korrekte Print-Anzeige gestalten, sondern auch ein eigenes Markenkonzept entwickeln, was mich als Marken Designerin natürlich reizte.

Besonders spannend war die Herausforderung, Struktur und kreative Freiheit visuell zu vereinen – sei es durch das Farbkonzept, die Logoentwicklung oder die Gestaltung der Anzeige.

Die Arbeit mit dem Softproof und die Optimierung für ungestrichenes Papier waren wertvolle Erfahrungen, die mir noch einmal verdeutlicht haben, wie stark sich Farben und Kontraste im Druck verhalten.

Besonders viel Spaß hat mir die Kombination aus kreativer Konzeption und technischer Umsetzung gemacht – von der ersten Idee bis zur finalen Präsentation im Mockup. Es war eine spannende Aufgabe, die mir nicht nur gestalterisch, sondern auch im Hinblick auf professionelle Druckvorbereitung viel gebracht hat.

TestimonialsundDozenten

Markiian Severyn Sokalskyi
OfG-Teilnehmer / Printproduktion
behance.net


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