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Meine Abschlussarbeit in Fotografie an der OfG: „Fotocollage Baumrinden“

OfG-Absolventin Kerstin Schuster hat mit ihrer Collage „Baumrinden“ eine Hommage an die Vielfalt regionaler Bäumen erstellt.

Mit ihrer Arbeit möchte die Fotografin auf die Schönheit dessen aufmerksam machen, die uns umgibt. Wer innehält und hinsieht, kann ein ganzes Universum entdecken.

Fotocollage_komprimiert_auszug

Ein paar Fragen zum Einstieg:

Wie sieht Ihr Setting aus?

Ich habe kein bestimmtes Setting, mit dem ich arbeite. Ich liebe es, Dinge zu entdecken, und fotografiere, was meinen Blick festhält: Landschaften, Wetter- und Lichtstimmungen, Blüten, grafische Muster oder andere Details. Das Setting ergibt sich dann situationsbezogen.

Manchmal ziehe ich ohne Plan im Kopf los und lasse mich treiben, von Motiv zu Motiv. Manchmal beginne ich mit einer Vorstellung davon, was ich fotografisch festhalten möchte, entwickle Ideen dazu und setze diese dann um.

Womit arbeiten Sie?

Ich habe die Fotografie spät für mich entdeckt und arbeite erst seit etwa anderthalb Jahren mit einer Kamera, einer Fujifilm X-S10 mit Zoomobjektiv XF 18 – 55 mm. Sie ist leicht und flexibel Kamera und liegt unheimlich gut in der Hand. Daneben arbeite ich mit einem guten, leichte Stativ und einem Beleuchtungsset für Innenaufnahmen. Viel mehr braucht es auch gar nicht, um fotografieren zu lernen. Das Online-Studium bei der OfG hat mir gezeigt, dass man hervorragende Ergebnisse erzielen kann, wenn man die Technik beherrscht, das Auge schult, geduldig übt und seine Kreativität fließen lässt.

Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Bildbearbeitung, hier nutze ich Lightroom und Photoshop von Adobe.

Welche Techniken und Tools nutzen Sie, um ein Konzept zu entwickeln und kreative Ideen zu generieren?

In der Regel brainstorme ich allein, schreibe unzensiert auf, was mir in den Sinn kommt. Dabei versuche ich, meinen Verstand auszuschalten und den Bildern in meinem Kopf freien Lauf zu lassen. Erst später werte die Ergebnisse. Oft nutze ich einen zweiten oder dritten Durchlauf, der auf dem vorangehenden aufbaut.

Wenn der Ideenstrom nicht richtig in Gang kommen will, helfen mir oft Bewegung und offene Landschaften. Die Einfälle unterwegs halte ich dann als Sprachnachricht auf dem Handy fest.

Welche Musik hören Sie am liebsten beim Arbeiten?

Ich kann mich nicht gut auf mehrere Dinge gleichzeitig konzentrieren. Daher arbeite ich meist ohne Musik, wenn ich konzipiere, fotografiere oder Bilder bearbeite. Zudem genieße ich die Stille.

Wenn ich Musik beim Arbeiten höre, ist es meist klassische Musik. Texte lenken mich zu sehr ab.

Wie gehen Sie mit kreativen Blockaden um?

Bei einer kreativen Blockade mache ich eine Pause oder setze mich in Bewegung. Ich gehe in die Natur, gebe meinem Gehirn die Gelegenheit, für ein paar Minuten herunterzufahren und bringe anschließend das Thema wieder aufs Programm. Sobald sich meine Beine bewegen, kommen auch meine Gedanken wieder in Schwung.

 

 

Wie präsentieren und vermarkten Sie Ihre kreativen Arbeiten?
Aktuell verdiene ich meinen Lebensunterhalt noch in meinem ursprünglichen Berufsfeld als freie Texterin und Lektorin. Die Fotografie als zweites Standbein baue ich gerade auf. Ich kann mir gut vorstellen, Text und Fotografie zusammenzuführen und beides auch kombiniert anzubieten.
Welche Tipps haben Sie für andere OfG-Absolventen, die gerade an ihrer Abschlussarbeit sitzen?
Jede und jeder ist anders. Daher kann ich nur sagen, was mir hilft. Für mich ist es wichtig, Spaß an der Fotografie zu haben und mich auf das zu konzentrieren, was mich anspricht, was meine Seele berührt. Dann wird es gut.

Die Ideenfindung

Für die Abschlussarbeit galt es eine Serie anzufertigen. Zu einem freien Thema, das uns im besten Fall persönlich wichtig ist.

Meine Idee war es, die Schönheit von Baumrinden in ihrer Vielfalt darzustellen. Dazu wollte ich eine möglichst große Bandbreite an Baumrinden fotografieren. Von hell bis dunkel, von einfarbig bis vielfarbig, von glatt bis zerfurcht.

Die Umsetzung

Ich habe in meiner näheren Umgebung fotografiert: auf Streuobstwiesen, im Wald und am Waldrand. Bei der Auswahl der Motive habe ich mich auf mein Empfinden verlassen und fotografiert, was mich anspricht: diverse Farben, Strukturen, Muster, Flechten, Mose und ungewöhnliche Formen. Wo möglich, habe ich ohne direkte Sonneneinstrahlung fotografiert. Wo das nicht möglich war, habe ich in der Bildbearbeitung nachgebessert.

Ich fotografiere gern aus der Hand, habe aber schnell gemerkt, dass das Ergebnis bei dieser Thematik nicht überzeugt. Daher habe ich mit Stativ fotografiert und für jeden Baum Belichtungsreihen erstellt, von Blende 4 bis 20. Bei einer ISO von 160, das Zoomobjektiv 55 mm eingestellt.

Ich habe die Bilder frontal aufgenommen, möglichst parallel zur Baumrinde. Es sollte jeweils ein spannender Ausschnitt aus dem Baumstamm sein, bei dem die Enden bzw. Kanten nicht sichtbar sind. Ich habe hochkant fotografiert, analog zur schmalen Form eines Baumstamms. Diese Form habe ich dann auch für die Fotocollage übernommen.

Das Ergebnis

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Für die Collage habe ich die ausdrucksstärksten Motive ausgewählt und so angeordnet, dass ein harmonisches Ganzes ohne größere inhaltliche Wiederholungen entsteht.

Fazit

Eine Serie zu erstellen, war eine tolle Erfahrung. Anders als anfangs vermutet, war die Herausforderung weniger die Ideenfindung, Planung oder das Fotografieren selbst. Herausfordernd war für mich das Kuratieren. Aus Motiven auszuwählen und diese so zusammenzustellen, dass die Collage eine Geschichte erzählt, ohne langweilig zu sein, dass am Ende etwas Besseres entsteht als die Einzelmotive. Aber es war den Aufwand definitiv wert und ich werde es wieder tun.

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Kersin Schuster
OfG-Absolventin / Fotografie
instagram.com/kerstin_schuster_fotografie


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