Meine Abschlussarbeit in Fotografie an der OfG: „Collage“
entschieden. Bei dieser Arbeit ging es ihr darum, eine Ausdrucksform der Beziehung zwischen dem
Hellen und dem Dunklen fotografisch umzusetzen und zu zeigen, dass die eine Seite erst durch die
andere vorstellbar wird. Interessiert hat Amira die Vielfalt an kulturellen und künstlerischen
Zusammenhängen und Interpretationen, bei denen das Thema in Chiffren, als Metapher oder
Konzept in Erscheinung tritt.
Ein paar Fragen zum Einstieg:
Meine Settings und Motive variieren sehr, denn an Fotografie interessiert mich über die Ausdrucksmöglichkeiten des Mediums hinaus, dass sie mich an Orte führt, die ich ohne ein Fotoprojekt vielleicht nie besucht hätte. Besonders unterwegs erlebt und erfährt man viel und stößt auf Unvorhergesehenes.
Bei der Collage meiner Abschlussarbeit, einem Projekt mit freier künstlerischer Ausrichtung und experimentellen Anteilen, habe ich mich jedoch ausschließlich auf Möglichkeiten konzentriert, die ein Studio zu bieten hat.
Fotografische Ausrüstung:
Ein Kriterium bei der Entscheidung für eine Ausrüstung war ein großes Anwendungsspektrum. Sie sollte vielseitig einsetzbar, transportabel sowie praktisch sein und dabei eine einwandfreie Bildqualität ermöglichen.
Wenn die Lichtverhältnisse unproblematisch und beeinflussbar sind, verwende ich z. B. gerne eine APS-C-Kamera von Canon, besonders für den Makrobereich.
In Fällen, in denen ich in der Dämmerung ohne Stativ und Blitz fotografieren möchte, greife ich auf eine Mittelformatkamera von Fujifilm (GFX100S) zurück. Diese Kamera habe ich aufgrund ihrer Mehrfachbelichtungsoptionen auch bei meiner Abschlussarbeit eingesetzt.
Software:
Im fotografischen Bereich arbeite ich meistens mit „Capture One Pro“ und „Affinity V2“.
Außerdem nutze ich weitere Software für spezielle Anwendungen:
- „DxO PureRAW“ als Entrauschungssoftware bei hoher ISO-Zahl.
- Wenn ich einen digitalen Filter benötige (z. B. zur Simulation analoger Filme), schaue ich zuerst in den Kollektionen von DxO.
- Für das Focus-Stacking kritischer Fälle bevorzuge ich „Helicon Focus Pro“.
Papiere:
Dem Stil meiner Schwarz-Weiß-Fotos kommt Baryta-Papier oft entgegen: Es erlaubt hohe Kontraste, das Schwarz wird sehr schwarz, das Weiß bleibt sehr weiß. Trotzdem werden Grauabstufungen fein nuanciert und filigrane Details kommen besonders gut zur Geltung.
Für einige Projekte hat mir „Hahnemühle Museum Etching“ gefallen, da Fotos mit feinen Strukturen und partieller Unschärfe auf diesem Papier fast einer Kohlezeichnung ähneln können.
Vor allem anderen ist für mich die Vorgehensweise und Grundhaltung entscheidend:
Was ich fotografieren möchte, versuche ich erst einmal kennenzulernen. Eine explorative Phase ist ideal, um sich dem Motiv anzunähern und herauszufinden, was alles möglich ist. Am besten gefallen mir jene Ideen, die sich aus dem Kontakt mit der Umwelt entwickeln: Auf der einen Seite steht all das, was ich als Person mitbringe, auf der anderen Seite lasse ich den Einfluss des Motivs zu. Dieser ist mindestens genauso wesentlich, denn er verhindert, dass ich in einem reproduzierenden Kreislauf meiner eigenen Vorstellungen gefangen bleibe. Es geht mir nicht darum, Ideen zu „generieren“ und das Motiv daran anzupassen: Oft möchte ich herausfinden, was ein bestimmtes Motiv sein kann, ob es seine durch Kategoriensysteme oder Gewohnheiten üblicherweise zugewiesene Identität in der Imagination Betrachtender, einschließlich mir selbst, ändern kann.
Notizbücher und Skizzen: Fällt mir gerade viel in ungeordneter Form ein, notiere ich die Einfälle zunächst mit Stift auf Papier, sprachlich und/ oder als Skizze. Digitale Skizzen und Notizen nutze ich in erster Linie, um Einfälle zu ordnen oder weiterzuentwickeln.
Composition-Overlays: Die vielversprechendsten Skizzen entwickele ich weiter zu eigenen Overlays/ Vorlagen. Vor allem bei Collagen, denen ich einen strengen Aufbau geben möchte, hat sich dieses Vorgehen bewährt.
Bildarchive/ -recherchen: Ich denke im Kontext eines Projekts fast immer über Bilder bzw. Werke anderer nach: Was gibt es schon? Welche Sicht hatten andere auf das Thema? Wie haben sie es umgesetzt oder ein bestimmtes Problem gelöst? Warum gefällt mir ein Bild?
Außerdem führe ich ein Archiv eigener Fotos zur Dokumentation von interessanten Strukturen, Formen, Lichteinfällen oder Effekten. Diese Fotos bilden keine eigenständigen Fotoprojekte, sondern stellen eine Art fotografisches Skizzen- und Ideenbuch dar.
Kombinationen: Notizen, Skizzen sowie eigene gesammelte Fotos sind oft die Basis, um Sachverhalte, Techniken, Ideen neu zu kombinieren und Dinge miteinander in Verbindung zu bringen, auch solche, deren gemeinsames Auftreten unwahrscheinlich/ ungewöhnlich ist.
Inhaltliche Recherchen: Für die inhaltliche Seite eines künstlerischen Konzepts recherchiere ich unterschiedliche Perspektiven zu einem Thema. Je mehr Blickwinkel ich bereit bin kennenzulernen, desto facettenreicher und differenzierter wird meine Vorstellung von einem Sachverhalt. Durch Einblicke und Kennenlernen der einen oder anderen Community sind mir verschiedene individuelle, theoretische sowie kulturelle Sichtweisen begegnet, die ich für den künstlerischen Bereich oft sehr inspirierend finde, weil sie das Bewusstsein für die Bandbreite dessen erweitern, was man denken, wahrnehmen und empfinden kann.
Musik würde ich beim Arbeiten nur hören, wenn sie explizit in die Fotografie einfließen soll, da ich mich ansonsten weder auf das Bild noch auf das Stück vollständig einlassen könnte.
Einen anderen Stellenwert erhält Musik z. B. in Projekten, in denen eine Synthese zwischen visuellem und akustischem Eindruck erreicht werden soll, etwa um eine synästhetische Wahrnehmung hervorzurufen, wie es in der abstrakten Malerei häufig versucht wurde. Einen solchen Ansatz könnte ich mir auch für den künstlerisch-experimentellen Bereich der Fotografie gut vorstellen.
Falls die Blockade sich nicht spontan (z. B. durch Abstandnehmen in Form einer Pause) lösen lässt, frage ich nach den Gründen, die sehr unterschiedlich sein können.
Blockaden bei freien künstlerischen Arbeiten haben meiner Erfahrung nach teilweise andere Gründe als solche bei dezidiert kundenorientierten Projekten. Bei freien künstlerischen Arbeiten existieren keine durch Zweck, Zielgruppe, Aussage oder Form von außen herangetragenen Vorgaben. Im Prinzip ist sogar während des Prozesses fast jede Art von Änderung denkbar. D. h. ich befinde mich in der Situation, mir selbst Orientierung und dem Projekt eine Richtung zu geben, die ich für mich sinnvoll begründen kann. Es gibt keinen Schritt, den ich an Rahmenbedingungen oder Routinen abgeben kann. Mit dieser Freiheit und den unzähligen Möglichkeiten umzugehen, erfordert sehr viel innere Entscheidungsklarheit.
Die Wege, auf denen ich zu Ideen gelange, sind oft auch geeignet, Entscheidungen zu fällen und dadurch Blockaden zu überwinden. Einige betreffen eher die Neuwertigkeit, andere eher die Problemlösung.
Außenperspektiven kennenzulernen, ist für mich hinsichtlich beider Aspekte optimal, um den eigenen Horizont zu erweitern, wenn ich annehme, dass meine Sicht zu eingeengt ist. Dabei kann es sich um Feedback von Personen handeln, die selbst im künstlerischen/ gestalterischen Bereich tätig sind. Aber gerne frage ich darüber hinaus auch Menschen aus meinem Umfeld, die einen anderen Fachhintergrund oder andere kulturelle Erfahrungen einbringen können als ich selbst.
Hindernisse sind für mich oft hilfreich, weil sie einen Perspektivwechsel erfordern. Sie sind ein Indikator für Unstimmigkeiten und eine Aufforderung, kreativ auf sie zu reagieren: Man kann sie abbauen, umbauen, durchdringen, untertunneln, überspringen, ihnen ausweichen … etliche meiner ergiebigsten Ideen waren ursprünglich Lösungen für den Umgang mit einem Hindernis.
Für die Präsentation von künstlerischen Arbeiten ist mir wichtig, einen angemessenen Raum zu finden, welcher die Stimmung, Atmosphäre oder den Inhalt der Bilder unterstreicht. Manche Arbeiten wirken in einem hellen Raum auf weißem Hintergrund, andere vielleicht vor der Kulisse eines alten Gemäuers. Auch der mentale Rahmen (z. B. das Ausstellungskonzept), eben der gesamte Kontext sollte mit den Fotografien eine Einheit bilden.
Für einige Projekte halte ich eine analoge Präsentation im Gegensatz zu einer Bildschirmbetrachtung für geeigneter, z. B. wenn ich durch die Wahl eines bestimmten Papiers Einfluss auf die Erscheinung nehmen möchte und der haptische Eindruck eine maßgebliche Rolle spielt.
Die Ideenfindung
Die Idee meiner Abschlussarbeit entstand aus der Kombination meines Interesses für eine künstlerisch-experimentelle Herangehensweise, für das gewählte Thema und das Material.
Dazu habe ich mir drei Fragen gestellt:
1. Was ist das Thema und was möchte ich erreichen?
Bei dieser Arbeit ging es mir darum, eine Ausdrucksform der Beziehung zwischen dem Hellen und dem Dunklen fotografisch umzusetzen und zu zeigen, dass die eine Seite erst durch die andere vorstellbar wird. Interessiert hat mich die Vielfalt an kulturellen und künstlerischen Zusammenhängen und Interpretationen, bei denen das Thema in Chiffren, als Metapher oder Konzept in Erscheinung tritt. Mein Anliegen war, ganz ohne Einschränkung eines spezifischen inhaltlichen Konzepts oder einer Wertung, eine dualistische Sicht beider Pole zu durchbrechen und Anregungen zum Assoziieren bereitzustellen.
2. Womit möchte ich arbeiten?
Das Material ist nichts Ungewöhnliches: Die Motive bestehen zu 100 % aus Pasta und Licht. Interessiert hat mich, ob es möglich ist, aus einem Objekt des Alltags, das sehr stark der Gewöhnung unterliegt, etwas in der Wirkung Neues entstehen zu lassen.
Beeindruckt haben mich Formenvielfalt und Materialbeschaffenheit (Halbtransparenz, strukturierte Oberflächen, Fragilität/ Brüchigkeit).
3. Wie könnte eine geeignete Umsetzung aussehen?
Meine Idee war, Eigenschaften des Dunklen und des Hellen durch den Einsatz von zwei
verschiedenen Herangehensweisen und Lichtsetups herauszuarbeiten, deren Wirkung sowohl in kontrastierender wie verbindender Beziehung zueinander steht.
Der Entstehungsprozess
Der künstlerische Prozess verläuft bei mir nicht nach einem linearen Schema ab. Häufig ist es notwendig, einen Schritt zurückzugehen, etwas zu verwerfen und Neues auszuprobieren. Aber einige Stationen sind sehr grundsätzlicher Natur:
1. Explorieren und experimentieren:
Zuerst nähere ich mich den Objekten und ihren Materialeigenschaften, indem ich ihre Möglichkeiten durch Ausprobieren verschiedener Lichtsituationen, Perspektiven oder Bildformate fotografisch kennenlerne.
2. Entwurf des Musters der Collage:
Wie kann ich mit den bisherigen Ergebnissen erreichen, dass die Bilder im Kontext der Collage miteinander interagieren bzw. in Form und Inhalt als Synthese wahrgenommen werden? Ich habe mich für ein Schachbrettmuster entschieden, um zunächst eine klare Einteilung zugrundezulegen.
3. Probeweise Platzierung einer Auswahl:
Schließen sich die Bilder aneinander an? Kontrastieren und verbinden sie sich wieder? Dominieren einige Partien zu stark?
4. Editing der Einzelfotos und Anpassung in der Collage:
Die Einzelfotos habe ich hinsichtlich einiger grundlegender Parameter editiert und störende Elemente entfernt (z.B. Reste des Knetradierens wegretuschiert, den ich zur Stabilisierung eingesetzt hatte).
Abschließend habe ich in der endgültigen Collage anhand des Überblicks nochmals leichte Anpassungen von Farbe und Helligkeit vorgenommen, damit sich eine stimmige Einheit ergibt.
Eine Herausforderung bei diesem Projekt war, dass viele Bilder der explorativen Phase durch Licht/ Farbe/ Aufbau sehr intensiv wirkten. Es entstanden ‚Bildindividuen', von denen jedes die volle Aufmerksamkeit beanspruchen wollte, sodass sie in einer Collage mehr gegeneinander arbeiteten als miteinander. Ein Foto kann als Einzelbild vielleicht ganz unspektakulär erscheinen, aber in Verbindung mit anderen einen wichtigen Platz einnehmen.
Aufbau der Collage und technische Durchführung
Mein Ziel war eine Passung von Inhalt, Form, Vorgehensweise und Technik. Die Collage lässt sich gut in drei Abschnitten erläutern. Um sowohl eine Kontrastierung als auch Auflösung von Gegensätzen zu erreichen, habe ich verschiedene Herangehensweisen und Lichtsetups für den dunklen und den hellen Pol gewählt sowie das mittlere Quadrat als zusätzliches Verbindungselement:
1. Dunkles Setup mit hellen Elementen (Quadrate 2, 4, 6, 8)
Inspirationsquelle: Zu diesem Setup haben mich museale Präsentationen archäologischer Funde (z.B. Scherben von Gefäßen) und das Gestaltungsmittel des Chiaroscuro inspiriert. Mein Ziel war, das Objekt wie eine Skulptur zu fotografieren, indem ich durch Lichtführung die Form, Plastizität und Ästhetik des Objektes herausarbeite.
Technik:
Um starke Kontraste und klare Schatten zu erzielen, habe ich ein gerichtetes Studiolicht (seitlich, leicht von oben, 5600K) mit Fresnel-Linse eingesetzt.
Bei diesem Schritt war es bereits notwendig, die Gesamtkomposition der Collage im Auge zu behalten. So flieht der Schatten auf dem Foto mit dem nachgestellten Setup stärker nach hinten als im Original, weil der Winkel zwischen Aufnahmerichtung und Lichtrichtung etwas kleiner ist. Solche Details nehmen kompositorisch Einfluss auf die Passung in der Collage.
Zudem habe ich bei der Nachstellung das Setup beleuchtet, um es sichtbar zu machen. Eine möglichst abgedunkelte Umgebung ist jedoch entscheidend, um einen deutlichen Effekt zu erzielen. Dazu verwende ich bei kleineren Objekten ein portables Fotostudio/Mini-Studio: eine faltbare Box, in der sich die Lichtführung flexibel beeinflussen lässt, ohne dass man den gesamten Arbeitsraum abdunkeln/ einbeziehen muss. In diesem Fall wäre ein Aufbau mit schwarzem Karton jedoch auch eine gute Alternative gewesen.
2. Helles Setup und Mehrfachbelichtung (Quadrate 1, 3, 7, 9)
Inspirationsquelle war die Sonne, beispielsweise Bilder von Sonneneruptionen und Sonnenflecken wie diese Aufnahme durch das „Swedish Solar Telescope“ (Credit: Royal Swedish Academy of Sciences).
Eine meiner Umsetzungen:
Inspiriert haben mich außerdem Kunstwerke unterschiedlicher gedanklicher Hintergründe, bei denen Naturmaterialien oder Naturphänomene die Schaffensbasis darstellten, z. B. der Einbezug des Lichts von Himmelskörpern in Arbeiten von James Turrell.
Ein wichtiges Beispiel sind auch die Werke von Andy Goldsworthy: seine Beschränkung auf wenige vorgefundene Materialien bei der Schaffung seiner Skulpturen und die Rückbezüglichkeit auf Formen, welche in der Natur unabhängig von menschlichen Einflüssen existieren. Was die Annäherung an Objekte betrifft, sehe ich u.a. Parallelen in dem Zulassen von Unbeeinflussbarem sowie dem Dialog mit dem Material.
Ein Unterschied liegt jedoch darin, dass ich das Medium ,Fotografie' nicht in erster Linie als Mittel zur Dokumentation eines bestehenden Kunstwerks eingesetzt habe. Stattdessen ist sie dadurch zu etwas künstlerisch Eigenständigem geworden, dass die ,Phänomene' in meinen Bilder ohne Kamera bzw. technische Hilfsmittel in dieser Weise nicht beobachtbar gewesen wären.
Eine interessante Frage war für mich auch, was geschieht, wenn ich versuche, im Studio die subjektive Wirkung von Naturphänomenen nachzuvollziehen.
Technik:
Auch für dieses Setup war kein Gerätepark notwendig. Eingesetzt habe ich:
a) Durchlicht mittels einer Flächenleuchte (Kelvin regulierbar).
Das linke Bild zeigt das nachgestellte Setup. Den Teil der Flächenleuchte ohne Objekte hatte ich zum Schutz der Augen mit schwarzer Pappe abgedeckt, sodass ich nicht direkt in das Licht blicken musste.
In dem rechten Bild daneben sieht man, dass eine Abdunkelung der Umgebung (Ausschluss von Lichtquellen, welche die Oberfläche der Objekte beleuchtet) entscheidend ist: Zusätzlich zu dem Durchlicht habe ich zur Veranschaulichung ein Licht von oben gesetzt, das fast diagonal durch das Bild verläuft (die linke untere Ecke wird am stärksten beleuchtet). Auf der rechten Seite könnte man noch etwas Glühendes vermuten, nach links hin werden aus dem Objekt durch die weitere Lichtquelle bzw. fehlende Abdunkelung zunehmend vertraut erscheinende Lasagneblätter aus dem Supermarkt.
Obwohl weißes Licht objektiv energiereicher ist, habe ich aufgrund der Assoziation mit der Sonne für das Durchlicht eine gelbliche Farbtemperatur gewählt, um subjektiv den Eindruck Wärme und Energie zu wecken.
b) Mehrfachbelichtung aus drei oder mehr Bildern (z. B. zu einer Drehbewegung kombiniert).
Die Mehrfachbelichtung ermöglichte u. a., Bewegung anzudeuten und trotzdem eine gewisse Schärfe zu erhalten.
Hätte ich keinen Zugang zu einer Kamera mit Mehrfachbelichtungsoption gehabt, wäre ein anderer Weg gewesen, mehrere Bilder in einer Bildbearbeitungssoftware zu kombinieren. Ein Vorteil von Mehrfachbelichtungen via Kamera war für mich die unmittelbare Rückkopplung bzgl. der Komposition. Eine Verbindung beider Wege wäre natürlich ebenso denkbar.
3. Collage in der Collage: Fibonacci-Spirale in der Mitte
Bei dem mittigen Quadrat handelt es sich um eine achtfache Kachelung eines Elements in Form einer Fibonacci-Spirale mit leichtem, sich nach innen abdunkelndem Verlauf. Inspirationsquelle und Lichtsetzung entsprechen dem hellen Setup, auf eine Mehrbelichtung habe ich in diesem Fall verzichtet.
Die Spirale sehe ich als Verbindungsstück zwischen beiden Herangehensweisen: Es vereinigt Expressivität mit mathematischer Klarheit, Flächigkeit mit Tiefe. Die Form findet sich abgewandelt in Bildern beider Setups wieder.
Das Ergebnis
Fazit
Durch die vielfältigen Anregungen bin ich während der Ausbildung an der OfG auf zahlreiche neue Ideen gestoßen und habe die unterschiedlichsten Bereiche kennengelernt, darunter Settings und Themen, die zunächst einmal nicht unbedingt in meinem Fokus standen. Gleichzeitig konnte ich im Bereich Fotografie an Interessen anschließen, die für mich im künstlerischen Bereich schon sehr lange von Bedeutung waren.
Mein Stil ist detailliert und reduktiv zugleich. Global, als Ganzheit betrachtet, erscheinen meine Kompositionen in Bezug auf Formen, Mittel oder Objekte oft reduziert. In einer detailorientierten Wahrnehmung lässt sich hingegen eine Fülle an filigranen Strukturen entdecken. Ich interessiere mich für Kompositionen, die sich als Muster-, Formen- sowie Ebenenanordnungen lesen lassen und dabei ein Changieren zwischen Abstraktion und gegenständlichem Objekt, Flächigkeit und Tiefe, zwischen strenger Form und zufällig wirkenden Elementen an der Grenze zum Chaos ermöglichen. Bei meiner Abschlussarbeit habe ich entdeckt, dass gerade Collagen gut dazu geeignet sind, kompositorische Architekturen dieser Art aufzubauen.
Aktuell werde ich daran anknüpfen und mehrere künstlerische Fotoprojekte umsetzen, denen ich Zeit geben möchte, sich zu entwickeln und zu verändern.
Amira Murhej
OfG-Absolventin / Fotografie
vision9tiles@posteo.ch
Sollten Sie Interesse am Fotografie-Kurs oder weitere Fragen haben, melden Sie sich gerne bei uns!